

Wenn die Aufgabenträger eine Linie oder eine Region im ÖPNV zur Ausschreibung anbieten, legen die Aufgabenträger (Verkehrsverbund, Zweckverband, etc.) eine Reihe von Qualitätsmerkmalen fest.
Diese Qualitätsmerkmale im ÖPNV definieren die Aufgabenträger. Welche Beförderungsqualität soll erreicht werden. Noch wichtiger ist die Aussage, wieviel soll es Kosten.
Hier aufgeführt und Erläutert sind die Qualitätsmerkmale im ÖPNV.
Die technische Ausstattung der Fahrzeuge kann stark unterschiedlich sein. Für die Bauart der Fahrzeuge gibt es die grundsätzliche Unterscheidung nach dem Überland-Linienfahrzeug und dem Niederflurbus. Zusätzliche technische Einstiegshilfen wie das Absenken (Kneeling) der Fahrzeuge an Haltestellen steigern die Beförderungsqualität für die älteren ÖPNV - Teilnehmer.
Im Eisenbahnverkehr gibt es ebenfalls wesentliche Bauartunterscheidungen, z. B. Leichttriebwagen und als Steigerung die Niederflurtechnik.
Weiter Anforderungen des ÖPNV an die Fahrzeugtechnik ist das vorhandensein von Plätzen für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühlen. Signalisierungstechniken, z. B. für einen Haltewunsch.
Die Infrastruktur bezieht sich auf die vorhandenen Verkehrswege und Haltestellen oder Haltepunkte. Sind genügend große Busbahnhöfe vorhanden, gibt es Regenschutz und Sonnenschutz für die Fahrgäste. Sind Fahrplaninformationsanzeigen vorhanden und sind die Haltepunkte so angelegt, dass ein ebenerdiger Einstieg möglich ist.
Sind kurze Übergänge zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und zwischen den verschiedenen Verkehrsbetrieben möglich.
Die fahrplanmäßige Vernetzung der im ÖPNV eingesetzten Fahrzeuge ist ein vom Fahrgast sehr stark wahrgenommenes Qualitätsmerkmal. Dafür ist zumeist eine gut ausgebaute Infrastruktur und ein ausgeklügeltes Informationssystem notwendig. Je öfters die verschiedenen Fahrzeuge untereinander und auch verkehrsträgerübergreifend vernetzt sind, desto höher die Qualität des ÖPNV.
Die Information für die Fahrgäste nimmt eine zunehmende Bedeutung bei den Aufgabenträgern und in den Verkehrsverbünden für den ÖPNV ein. Untersuchungen haben schon lange aufgezeigt, dass die Unwissenheit über die Verspätung eines Fahrzeugs bei den Fahrgästen als störender Empfunden werden als die die eigentliche Verspätung des Transportmittels selbst.
Demzufolge haben sich neben den Standardinformationsmedien Fahrplanaushang, Fahrplanbroschüren und Info - Centern die Dynamische Fahrgastinformation als modernes Informationsmedium etabliert. Die Dynamische Fahrgastinformation informiert über ein aufwändiges technisches System den Fahrgast über das voraussichtliche Erscheinen des Fahrzeugs.
Weitere Informationsmedien sind das Internet oder das Handy.
Bei der Preisgestaltung sind die sozialen Belange die per Gesetz oder Verordnung bestimmt sind (z. B. Schülerzeitkarten, Freifahrt für Schwerbehinderte, etc.) als auch die vertrieblichen und betrieblichen Belange zu berücksichtigen.
Wenn die Fahrzeuge ausgelastet sind (Rush-hour) ist es sinnlos Sonderangebote anzubieten. Durch die Unpaarigkeit der Verkehrströme und dem UnoActo - Prinzip (Link zur Seite Eigenarten des Verkehrsgewerbes) muss das Preissystem den Belangen des Verkehrsgewerbes Rechnung tragen. , wie z. B. die Anwendung von 9 - Uhr Tickets und die Verkehrsspitze zu entzerren.
Aber auch die Abstimmung und Harmonisierung der Tarife bei angrenzenden Verkehrsverbünden ist ein Qualitätsstandard. Fehlende Übergangstarife lassen einen Fahrgast in ein tiefes Loch fallen und durch das doppelte Lösen eines Fahrscheins ist der Ärger bei den Fahrgästen vorprogrammiert.
Der Reisekomfort hängt wesentlich von der Infrastruktur, der Vernetzung, den Fahrzeugstandards und der eingesetzten Informationstechnologie ab.
Das Thema Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Gemeint ist damit nicht nur die Sicherheit und die Einhaltung der Qualitätsstandards der Fahrzeuge und der Haltepunkte. Auch das Thema Wachdienst, Kameraüberwachung in Fahrzeugen und auf den Haltestellen fördert das Sicherheitsgefühl bei den Fahrgästen im ÖPNV.
Der ÖPNV und die dort eingesetzten Fahrzeuge gelten prinzipiell als Umweltfreundlich. Hier punktet der ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Die Gesellschaft fordert durch ein gesteigertes Umweltbedürfnis eine immer bessere Umweltverträglichkeit. Der Einsatz treibstoffsparender Motoren oder alternative Antriebsarten werden von den Fahrgästen honoriert. Der Einsatz von Katalysatoren (auch für Diesel) wird schon als selbstverständlich angesehen.