

Das fälschen von Fahrausweisen wird oft als Kavaliersdelikt angesehen, rechtlich steckt dahinter jedoch Betrug der schwer bestraft wird. Schnell kann ein Schüler der sich nichts böses denkt vor einem Richter wiederfinden. Die Verkehrsbetriebe bringen Fahrkartenbetrug in der Regel zur Anzeige, dann rollt die Gesetzesmühle. Die Verkehrsbetriebe haben jedoch ein viel stärkeres Druckmittel. Bei groben Verstößen kann ein Verkehrsbetrieb ein Beförderungsverbot aussprechen. Dies kann dann in extremfällen bis zum Verlust eines Arbeits- oder Ausbildungsplatz führen, da der Betroffene nicht mehr zur Arbeitsstelle gelangen kann. Ein Beförderungsverbot ist ein sehr wirksames Mittel und läßt sich zumeist auch durchsetzen, da auffällig gewordene Personen in der Regel schnell dem Kontrollpersonal und auch dem Betriebspersonal bekannt sind.
1. Die Weitergabe des eigenen Fahrausweises an eine Dritten
Sehr verbreitet ist die Methode einen Fahrausweis weiterzugeben, der auf einen persönlich ausgestellt wurde. Dagegen hat das Kontrollpersonal nur wenige Chancen. Aber auch hier gibt es keine absolute Sicherheit, gerade in ländlichen Bereichen sind den Busfahrern und dem Kontrollpersonal die Fahrgäste schnell bekannt. In Städten gibt es in den Tarifbestimmungen zumeist entsprechende Schutzklauseln, z. B. eine Unterschriftenprobe oder die Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises.
2. Den Fahrausweis kopieren
Die PC - Technik und die Kopiertechnik stellt heute ausgezeichnete Fahrausweiskopien her. Von der Optik sind Fälschungen schwierig zu erkennen. Das von den Verkehrsbetrieben eingesetze Papier enthält jedoch zumeist versteckte Sicherheitsmerkmale, desweiteren kann man Fälschungen sehr oft an der Papierqualität erkennen. Gute Kontrolleure erkennen einen gefälschten Fahrausweis durch blose Berührung.
3. Papierdiebstahl und Fahrausweise zu Hause drucken
Wer im Besitz von Fahrausweispapier gelangt, hat die beste Möglichkeit zur Fahrkartenfälschung. Die Papierrollen sind bei manchen Verkehrsbetrieben geradezu sträflich zugänglich. Wenn nahezu alle Mitarbeiter eines Verkehrsbetriebes zugang zum Fahrausweispapier erlangen können und keine Kontrolle des Verbrauchs durchgeführt wird, kann schon einmal die eine oder andere Rolle abhanden kommen. Danach kann Jedermann mit dem heimischen PC Fahrausweise nachmachen.
Hier gibt es natürlich auch Kontrollmechanismen, manche Fahrausweise sind mit einem Barcode auf der Rückseite versehen, dies geht bis zu lückenlosen Kontrolle der Fahrscheinrolle vom Lager bis zum Verkauf. In diesem Fällen befinden sich in den elektronischen Fahrscheindruckern Barcodescannern die jeden Fahrausweis identifizieren und an ein Hintergrundsystem weitermelden. Dort können fehlende Fahrscheine identifiziert werden und bis zum Verkäufer zurückverfolgt werden. Dies verhindert zwar keine Fahrausweisfälschung, dient aber der Aufdeckung von Fahrausweisbetrug.
Eine andere Möglichkeit ist bei elektronischen Verkaufsgeräten der Abdruck eines Tagescodes. Hier wird nach einem geheim gehaltenen Verfahren pro Tag einen Tagesschlüssel der dem Kontrollpersonal zum Dienstbeginn mitgeteilt wird. Dieses Verfahren verhindert Fälschungen nicht gänzlich, macht sie jedoch schwieriger.
4. Mehrfachstempelung von Mehrfahrtenkarten
Die Mehrfahrtenkarte sind von Natur aus ein Medium für Schwarzfahrer. Mehrfahrtenkarten erlauben den Fahrgästen mehrere Fahrten mit einem Fahrausweis durchzuführen, hierfür muss der Fahrausweis vor Fahrtantritt entwertet werden. Den Stempelabdruck versuchen findige Fahrgäste mit Zahnpasta zu entfernen. Andere geben vorher Klebstoff auf den Fahrausweis und rubbeln nach Beendigung der Fahrt den Klebstoff wieder sammt dem Stempelabdruck ab.
Auch dies sind Möglichkeiten die im gewissen Rahmen erfolgreich sind. Hier kommt es auf die Kontrolleure an, ein gewissenhafter Kontrolleur entdeckt die Rubbelspuren am Fahrausweispapier schnell und hakt nach. Bei Entwertern gibt es die Möglichkeit im Zuge der Entwertung winzige Löcher in den Fahrausweis zu stanzen. Diese werden vom Fahrgast kaum bemerkt, fallen bei Kontrollen jedoch schnell auf.
5. Mehrfachstempelung von Mehrfahrtenkarten (2)
Einige Verkehrsbetriebe versehen die Entwerter mit einer kleinen Nadel. Dann wird der Fahrschein gleichzeitig gestempelt und gelocht. Auch wenn der Stempelabdruck abgewischt wird, bleibt immer noch das Loch übrig das bei Kontrollen auffällt. Um auch hier Fahrkartenbetrug zu ermöglichen, gehen einige Schwarzfahrer dazu über und machen den Fahrausweis naß. Ein nasser Fahrausweis läßt sich wieder bügeln und so kann das kleine Loch fast spurlos wieder geschlossen werden.
Die Verkehrsbetriebe haben hierfür Entwerter entwickeln lassen, die nicht nur ein kleines Loch in den Fahrausweis stanzen, sonder direkt an den Ecken ein halb rundes Stück abschneiden. Damit können Fahrausweise immer als gestempelt entlarvt werden.